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Gesa über ihre DM Teilnahme

Als einzige Siebenkämpferin aus Mecklenburg-Vorpommern in ihrer Altersklasse W14 startete Gesa Dobberschütz (14) aus Damshagen (Nordwestmecklenburg) vor einer Woche für den Sportverein Blau-Weiß Grevesmühlen bei der Deutschen Meisterschaft im Leichtathletik im nordrhein-westfälischen Wesel. Vor ihr hatten sich bereits Janika Lange, Finja Blum, Sophia Robrahn und Niklas Burkhardt dafür qualifiziert – allerdings in Einzeldisziplinen. Gesa ging als bisher Jüngste des Vereins in den Wettkampf und maß sich mit 35 anderen Siebenkämpferinnen aus Deutschland.

Wie war die Atmosphäre im Stadion?

Das Stadion und die Tribüne waren voll. Es war mein erster ganz großer Wettkampf und ich war richtig aufgeregt. Die Atmosphäre war super. Die Zuschauer haben geklatscht und uns angefeuert. Das war schon etwas Besonderes.

Wann hast du dich für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert?

Am ersten Wochenende in den Sommerferien in Bad Bevensen (Niedersachsen, Anm. d. Red.). Die 100 Meter lief ich in 13,21 Sekunden und stellte damit den neun Jahre alten Vereinsrekord ein. Bestleistungen hatte ich auch im Weitsprung mit 4,96 Metern, im Hochsprung mit 1,56 Metern und im 800 Meter-Lauf mit 2:29,51 Minuten. Im Kugelstoßen erreichte ich 7,15 Meter, im Speerwurf 22,83 Meter und die 80 Meter Hürden schaffte ich in 13,07 Sekunden. Ich musste 3400 Punkte erreichen, um die Norm für die Deutsche Meisterschaft zu schaffen. Am Ende waren es 3450 Punkte.

Wie lief es dann in Wesel?

Nicht ganz so gut. Ich erreichte 3280 Punkte. Am Freitag standen vier Disziplinen an. Den Hürdenlauf absolvierte ich in besseren 12,99 Sekunden. Hochsprung, Kugelstoßen und 100 Meter waren mit 1,46 Meter, 6,98 Meter und 13,41 Sekunden leider schlechter als in Bad Bevensen. Ein wenig enttäuscht war ich nach Kugelstoßen. Ich wollte wenigstens sieben Meter schaffen.

Wie hast du dir wieder Selbstvertrauen gegeben?

Mein Trainer Robert Siemund hat mir gut zugeredet und gesagt, dass ich einen Haken machen und mich auf die anderen Disziplinen einen Tag später konzentrieren soll. Ein Sicherheitsgefühl und Trost haben mir auch meine Freundin und meine Familie gegeben.

Wer hat dich nach Wesel begleitet?

Neben meinem Trainer meine Freundin Lona Quednau, meine Mutter, meine Schwester Meike, meine Cousine Sarah und mein Cousin Julian.

Inwiefern konnte dein Trainer noch Einfluss auf das laufende Wettkampfgeschehen nehmen?

Er durfte nicht in den Innenraum des Stadions. Tipps gab er mir an der Bande. Unter anderem hat er meine Sprünge und Würfe mit der Videokamera gefilmt. Die Aufnahmen haben wir kurz ausgewertet und er machte Verbesserungsvorschläge.

Wie lief der zweite Wettkampftag am Sonnabend?

Besser als in der Qualifikation lief das Speerwerfen mit 22,97 Metern. Im Weitsprung erreichte ich 4,74 Meter. Es war nicht so weit wie in Bad Bevensen, ich hatte mir mindestens 4,70 Meter als Ziel gesetzt. Die 800 Meter lief ich in 2:42,24 Minuten. Das ist aber auch wie Kugelstoßen nicht unbedingt meine Lieblingsdisziplin.

Mit welchen Erwartungen bist du in die Wettkämpfe gegangen?

Nicht mit sehr großen, ich wollte mich nicht unter Druck setzen, aber in etwa die Punktzahl von Bad Bevensen erreichen. Am Ende landete ich in Wesel auf dem 27. Platz. Auch wenn ich unter den ersten 25 sein wollte, bin ich dennoch zufrieden.

Was hast du dir fürs nächste Jahr vorgenommen?

Wieder die Deutsche Meisterschaft, dann aber nicht im Siebenkampf. Ich möchte in Einzeldisziplinen oder im Block Sprint/Sprung antreten.

Welcher Wettkampf steht als nächstes an?

Die Landesmeisterschaft am 8. September in Sanitz. Mit Lona Quednau, Saskia Ditz, Johanna Burmeister, Jette Müchler, Laura Holstein und Tessa Rudolph treten wir als Mannschaft an.

Hast du Rituale zu Wettkämpfen?

Nicht wirklich. Ich schüttele im Startblock kräftig die Beine nach hinten aus. Das würde ich aber nicht unbedingt als Ritual bezeichnen. Und dann versuche ich ohne Zittern ganz ruhig im Startblock zu bleiben (lacht).

Hast du schon Fehlstarts verursacht?

Einmal. Meine Nachbarin hat kurz vor dem Startschuss gezuckt. Ich auch und dann habe ich das Gleichgewicht verloren und bin nach vorne gefallen.

Hast du ein sportliches Vorbild?

Nein, aber ich verfolge Welt- und Europameisterschaften im Leichtathletik im Fernsehen.

Klavierunterricht, Gardetanz, Leichtathletik: Wie vereinbarst du deine Hobbys mit der Schule?

Dienstags ist mein einziger freier Nachmittag in der Woche. Den nutze ich zum Lernen. Ansonsten passe ich in der Schule gut auf, damit ich nicht so viel nacharbeiten muss.

Das sagt ihr Trainer Robert Siemund:

Es war eine tolle Erfahrung für Gesa, bei den Deutschen Meisterschaften teilnehmen zu dürfen. Auch wenn nicht immer alles so gut funktionierte wie wir es uns im Vorfeld vorgenommen haben, ist es dennoch eine runde Sache geworden. So ist es nun mal im Sport und die nächste Saison wartet schon auf uns. Ich bin sehr gespannt, ob es vielleicht wieder klappt, an einer der beiden anstehenden Deutschen Meisterschaften teilzunehmen. Die Abteilung Leichtathletik ist sehr stolz auf Gesa. Sehr schade war, dass sie die einzige Starterin in ihrer Altersklasse aus MV war, da wir in der Altersklasse W14 doch ein sehr hohes und breites Leistungsniveau im Bundesland haben.

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